Tee
Bio Xian You Honey Black

Bio Xian You Honey Black
Bei der letzten Teebestellung habe ich wieder mal den „Tee des Monats“ mitgenommen. Die Auswahl des Händlers ist nicht selten recht gut. Dieses Mal war es der Bio Xian You Honey Black. Ein stark oxidierter Oolong mit einem, wie ich finde, sehr sanften Charakter. Nicht so süß, wie ich erwartet hätte. Ich denke, das ist ein fantastischer Oolong-Einsteiger-Tee. Würde ich empfehlen.
Zubereitung ist denkbar einfach. Ein nicht gehäufter Teelöffel für einen 100 bis 120 ml-Gaiwan bei ca. 95 °C für 90 Sekunden und mindestens zwei weitere Male mit 30 Sekunden ziehen lassen.
Blindes Vertrauen
Gerade nistet sich ein ganz abscheulicher Gedanke in meinem Kopf ein.
Ich verlasse mich blind auf die Temperatursteuerung meines Wasserkochers. Aber ich habe noch nie wirklich nachgemessen, ob die auch der Wahrheit entspricht.
Was ist, wenn ich seit Jahren Gyokuro nicht mit den gewünschten 55 °C, sondern mit 60 °C oder noch heißer zubereite?
Was ist, wenn ich dem falschen Geschmack nacheifere? Und Tee in Wirklichkeit ganz anders schmeckt.
Mein Sonntagmorgentee
Mein aktueller Zufallstee: Bio Jin Xuan Black
Mein bevorzugter Teehändler gibt zwar in der Regel eine kleine Teerprobe anbei. Aber ich mag es trotzdem noch, einen zufällig ausgewählten Tee mitzubestellen. Ich mache dabei meist auch keine Gefangenen. Wenn mir der Name gefällt und exotisch genug klingt, wird der bestellt.
Manchmal erlebe ich dabei eine positive Überraschung. Manchmal ist der Tee auch nicht mein Fall. Dieses Mal habe ich mich für einen Tee des Monats entschieden. Ja, der scrollte gerade so vor meiner Nase her.

Bio Jin Xuan Black
Der erste Aufguss hatte eine recht ausgeprägte Adstringenz. Mit den nachfolgenden Aufgüssen ging das zurück. Es blieb eine malzige und zunehmend florale Note.
Da ich ja manchmal auch gern einen schwarzen Tee trinke, ist dieser unter wirtschaftlichen Aspekten ein Hit. 100 g für ca. 10 €.
Aufgebrüht habe ich knapp 3 Gramm in einem 120-ml-Gaiwan für 20 Sekunden. Weitere Aufgüsse jeweils ungefähr 5 Sekunden kürzer. Deckt sich mit der Empfehlung des Lieferanten. Allerdings werde ich auch mal ausprobieren, die Ziehzeit nach dem ersten Aufguss zu verändern. Mit den 100 g kann ich ja in Ruhe experimentieren.
Nebeltee
Der letzten Teebestellung lag wieder ein Probierpäckchen bei: Bio China Misty Nebeltee.

Bio China Misty Nebeltee
Auf dem Label steht: Leicht und unkompliziert.
Ich habe die Probe zum Ausprobieren zwar in einem kleinen Gaiwan auf asiatische Weise aufgebrüht. Aber ich denke, der lässt sich auch in einer größeren Kanne auf westliche Weise zubereiten.
Der Tee ist mild, leicht süßlich und macht einen bekömmlichen Eindruck. Kein Fancy-Stuff; einfach nur grüner Tee.
2018 Nanmei O Yang Gushu/Yesheng Blend Mao Cha

2018 Nanmei O Yang Gushu/Yesheng Blend Mao Cha
Ein Blend aus Blattgut von alten Gushus und wilden Yesheng-Teebäumen.
Zubereitung erfolgte in einem Gaiwan aus Porzellan mit einem Fassungsvermögen von ca. 120 ml. Knapp 5 g Tee mit kochendem Wasser aufgebrüht.
Mit den ersten beiden Aufgüssen konnte ich nicht viel anfangen. Die waren durch eine zu starke Adstringenz geprägt. Ab dem dritten Aufguss wurde es angenehmer und der Tee entwickelte eine entfernt fruchtige Note.
Rarität hin oder her. Ich denke, die verbliebenen 45 g werden nicht ausschließlich für Sonntage verbehalten bleiben.
Tie Guan Yin
Ich habe im Asia-Laden heute den bislang günstigsten Tie Guan Yin – Dose unter vier Euro – gefunden und natürlich gekauft. Und zu Hause direkt ausprobiert. Der Tee wäre sicher als Tie Guan Yin zu erkennen, wenn man ihn blind verkosten würde. Und man kann ihn trinken, wenn man nix anderes hat.
Ich denke, das ist ein Tee, den man auch gut mal für eine einzelne Tasse benutzen kann. Wenn man nicht die Muße hat, zahlreiche Aufgüsse zu machen. Der Tee ist bei mehreren Aufgüssen auch nicht sonderlich ergiebig.

Tie Guan Yin
Bio Shibushi Gyokuro Super Premium
Hört man Gyokuro, kommt automatisch der Begriff Umami in den Sinn. Und nicht selten ist das auch die einzige Note, die ein Gyokuro hat. Was schade ist, denn es gibt schon Aromen, die mit einem vollmundigen Umami einhergehen können. Zum Beispiel eine leicht nussige Note passt meiner Meinung nach ungemein gut. Wie man sie beim Shibushi Gyokuro finden kann. Im März hatte ich den Tee schon mal gekauft und er hat mir sehr gefallen und dieses Mal auch.

Im Allgemeinen bevorzuge ich chinesischen Tee, hauptsächlich Sheng Pu-Erh, Oolongs, da diese nicht selten eine Vielfalt an Aromen aufweisen können, was sie interessant macht. Ich denke, daher mag ich den Shibushi, da dieser nicht einfach nur Umami hat, weil Umami halt, sondern mit etwas mehr daher kommt.
Zubereitung:
| Gefäß | Shiboridashi mit ca. 80 ml |
|---|---|
| Menge | zwei knappe Teelöffel; nicht übertreiben |
| 1. Aufguss | 90 s |
| 2. Aufguss | 30 s |
| 3. Aufguss | 20 s |
Bei den Zeitzeiten halte ich mich anfangs an den Vorschlag des Lieferanten. Das passt in der Regel einigermaßen gut. Später kann ich immer noch variieren, wenn ich ein Gefühl habe, wie der Tee eigentlich schmecken sollte.

Das Aroma im zuvor aufgewärmten Shibo wie auch beim Aufgießen ist sehr angenehm und lässt Rückschlüsse auf die leicht nussige Note des Tees zu.

Die Tasse wird recht milchig, beinahe cremig, ist aber bei Weitem nicht dickflüssig, wie man meinen könnte. Ich würde den Tee einfach mal als geschmeckt bezeichnen.

Wahrlich passend für einen Sonntagmorgen.
Neu. Aber zu klein.

Teefilter
Ich habe mir einen neuen Teefilter gegönnt – zu klein.
Wenn ich losen Tee aus einer Kanne oder einem Gaiwan einschenke, vermeide ich mit einem Filter, dass Blattgut in die Schale gelangt, denn das gehört sich nicht. Daher der Aufriss.
Ich hätte beim Bestellen schwören können, dass der vorige auch mittel war und nicht groß war. Vielleicht sollte ich mir beim nächsten Mal einfach die Maße der Filter ansehen. Andererseits ist bei einer Auswahl aus klein, mittel und groß die Wahrscheinlichkeit, einen falschen zu nehmen, doch nicht so groß. Wobei ich die kleine Variante von vornherein ausgeschlossen habe.
Bio Bai Mu Dan

Ein Probierpäckchen aus der letzten Teebestellung. Ich würde ja sagen, wie er ist, aber ich fürchte, ich habe nur eingeschränkten Geruchs- und Geschmackssinn. Habe das auch mal gegengeprüft und meine Nase in etwas Kräftigeres gehalten. Ein Glas eingelegte Gewürzgurken, eine Dose Surströmming. Nix.

Alarmiert habe ich meine beiden letzten Covid-Tests genommen. Den Ersten zum Testen und den Zweiten, um das nicht so unglaublich schöne Ergebnis zu verifizieren. Momentan ist der Unterschied zwischen Heuschnupfen und Covid kaum spürbar.
Vielleicht bewahre ich die zweite Portion noch eine Weile auf. Schön aussehen tut er ja;)
Teereserven aufgefrischt.
Dehong Shai Yesheng Hong Cha 2024

Bereits der erste Schluck dieses außergewöhnlichen Tees entfaltet ein saftig-süßes Aromenspiel mit der Fülle eines ganzen Obstkorbs: vollreifer Pfirsich, Guave, Mango und Birne, abgerundet durch einen Hauch von Wildkirsche und Bergamotte… [Tee Kontor Kiel]
Dem lässt sich nicht wirklich was hinzufügen. Ich habe ca. 3,5 g in einem Gaiwan mit 160 ml aufgebrüht. Angefangen mit den vorgeschlagenen 15 s. Und bei jedem Ausguss 5 s länger.
Die Blätter durften wunderbar, wenn man sie in den vorgewärmten Gaiwan gibt. Auch als ich das Foto gemacht habe und dabei die losen Blätter auf den sehr warmen Deckel (Radius knapp 8 cm) gelegt habe, kroch das Aroma der Blätter schon dezent in meine Nase und hat eine gewisse Vorfreude erzeugt.
2023 Yiwu Gao Shan Zhai Gushu

Der 2023 Yiwu Gao Shan Zhai Gushu ist der letzte Probiertee auf meiner letzten Bestellung.
Die ersten Aufgüsse weisen eine gewisse Adstringenz auf, die für meinen Geschmack den einen oder anderen Schritt zu weit geht. Der Tee hat einen recht mineralischen Charakter und es kündigt sich ein Hauch von Süsse an.
Erst die späteren Aufgüsse sind eher was für mich.
Yiwu Wang Bing Gushu 2016
Da ich Heute früh aus dem Bett gefallen bin, ist der Morgen lang genug um mir die nötige Zeit für einen neuen Tee zu nehmen. Heute habe ich mir den Yiwu Wang Bing Gushu (2016) vorgeknöpft. Ein weiteres 10 g Probierpäckchen aus der letzten Teebestellung.
Ein wirklich unbeschreiblicher Sheng Pu Erh aus raren, alten Gushu Bäumen aus Yiwu.


Traditionell zubereitet im Gaiwan mit ca. 5 g auf 100 ml bei an die 100 °C für 10 – 15 s ziehen lassen. Der Tee kann und sollte häufig aufgebrüht werden, da sich mit der Zahl der Aufgüsse der Charakter verändert und es ansonsten pure Verschwendung wäre.
Zum Ausprobieren eines Tee benutze ich sehr gern einen Gaian aus Porzellan, da dieser – anders als Kännchen aus Ton – keinen Einfluß auf den Geschmack hat.
Bei den ersten Aufgüssen verspürt man eine sanfte süsse, die von einem edelbitterem Arome unterstrichen wird. Tannine regieren hier arg im Mund. Gepaart mit der Süße ist das sehr interessant.
Ab dem vierten Aufguss gewinnt die Süße die Oberhand und in den folgenden Abgüssen ist immer weniger vom Tannin zu spüren.
Bei einigen Gushus kann man die Süße ziemlich genau bestimmen, meist geht das in Richtung Steinobst und besonders Pflaume. Was ich persönlich sehr mag. Bei diesem Sheng ist das nicht der Fall. Ich habe Schwierigkeiten die Süße näher zu bestimmen. Das trägt dem Geschmack und Gefallen zwar nicht weiter ab, ist aber daher schwierig zu beschreiben.
Drachenaugen

Bio Tai Mu Long Zhu. Ich mag zu Kugeln gerollten Tee. Besonders schön ist es zuzuschauen, wie sich der Tee in der Kanne entfaltet. Was in einer Kanne aus Glas noch schöner zu sehen wäre als in einer Kanne aus Ton. Habe aber keine Glaskanne mehr.
Ich mag diesen etwas lieber als die mit Jasmin veredelte Variante. Wenn man bei Jasmine Dragon Pearls daneben greift, kann das schon ein ziemlich aufdringlicher Aufguss werden. Kann, muss aber nicht.
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