
Ich habe mich entschieden, heute mal bis in die Innenstadt zu reisen. Ein bisschen Großstadtluft schnuppern. Viele Autos. Viele Abgase. Einen echten Grund gab es nicht.
Keine Einkäufe oder sonstige Anschaffungen, nur eine Currywurst.

Ein Beitrag zu meiner monochromen Flora-Serie. Schwarzweiß-Makro einer Sonnenhutblüte vor dunklem Hintergrund. Die schmalen Zungenblüten strahlen vom stark strukturierten Blütenkegel aus.

Der Leuchtturm der Darsena von San Giorgio Maggiore vor der Silhouette von Campanile und Dogenpalast zur blauen Stunde auf San Giorgio.

Zwei weibliche Stockenten schwimmen dicht hintereinander auf dem vollständig mit Wasserlinsen bedeckten unteren Lottentaler Teich.

Der Lotus war die Ausnahme. Ab jetzt wieder Seerosen.
Nahaufnahme einer blassgelben Seerose mit leuchtend gelbem Blütenkern und feinen Wassertropfen. Die Rose habe ich im hellen Sonnenlicht aufgenommen. Man kann die harten Schatten auf den Blättern erkennen. Der Hintergrund und das Wasser werden automatisch dunkel, wenn die Rose nicht ETR belichtet, sondern an der rechten Kante im mittleren Drittel des Histogramms hält.
Manchmal gehe ich nicht auf direktem Weg ins Dorf, sondern auf Abwegen. Dann komme ich am Kubus und dem Museum unter Tage vorbei.
Im Hintergrund sind der Kubus und davor das Museum. Es ist nur an den beiden grauen Klötzen zu erkennen. Der Rest ist, wie der Name nahelegt, untertage.

Der kleine Weiher im Schlosspark Weitmar. Auf dem Foto kann man die vereinzelten Kunststoff-Ufermatten sehen, die den Übergang zum Wasser stabilisieren und eine naturnahe Uferbepflanzung ermöglichen, ohne das Erdreich abzuschwemmen.


Die exakte Sorte steht auf dem kleinen Schild, das nur eine Handbreit neben der Rose aus dem Wasser ragte und ich wieder mal nicht fotografiert habe.
An den Gewächshäusern des Botanischen Gartens liegt ein kleines Bassin mit den schönsten Seerosen und Lotus. Das allein ist schon einen Ausflug zum Garten wert. Wenn man regelmäßig dort ist, trifft man auch immer wieder mal die gleichen Fotografen und kommt ins Gespräch. Es fühlt sich beinahe wie ein kleiner, ungezwungener Klub ohne Satzungen an. Man tauscht sich über nette Locations außerhalb des Gartens aus und redet über dies und das. Und gerade bei den Leuten in meinem Alter fällt auf, dass erfreulich wenig bis gar nicht über Gear gesprochen wird. Ein Thema, das ohnehin nur langweilig ist.

Ein Kaisermantel sitzt mit zusammengeklappten Flügeln auf einem Purpur-Sonnenhut. Die silbrig schimmernde Flügelunterseite hebt sich vor dunklem Hintergrund ab.
Der Kontrast zwischen Oberseite und Unterseite der Flügel ist ziemlich deutlich. Die Oberseite ist kräftig orange mit schwarzen Flecken und Streifen, das klassische Perlmutterfalter-Muster. Die Unterseite der Hinterflügel dagegen ist grünlich mit diesen silbrig verwaschenen Binden, denen die Art im Englischen ihren Namen verdankt: silver-washed fritillary.
Die Oberseite ist Kommunikation, sie spielt bei der Balz und beim Erkennen von Artgenossen eine Rolle. Die Unterseite ist Tarnung: Wenn der Falter wie auf dem Foto die Flügel zusammenklappt, ist die grelle Oberseite komplett verdeckt und das grünlich-silbrige Muster verschwimmt optisch mit Laub und Lichtreflexen. Sitzender Falter, unsichtbarer Falter, zumindest aus Vogelperspektive.
Bei vielen Tagfaltern läuft das nach demselben Prinzip. Extrembeispiel ist das Tagpfauenauge: oben knallige Augenflecken, unten fast schwarz wie ein totes Blatt. Das Foto zeigt übrigens genau die Seite, die die meisten Leute seltener bewusst wahrnehmen, weil auf typischen Bestimmungsfotos immer die aufgeklappte Oberseite prangt.

Ich war nach einer kleinen Weile mal wieder an den Lottetaler Teichen.
Junge Mandarinenten ziehen durch einen komplett mit Wasserlinsen bedeckten Teich. Die grüne Fläche wirkt fast wie ein Rasen, durch den sich der Nachwuchs seinen Weg bahnt.
Typisch für Mandarinenenten sind der helle Augenring mit dem Zügelstrich nach hinten und der rötliche Schnabel.

Eine männliche Mauereidechse, nach der kräftigen grünen Rückenfärbung zu urteilen, sonnt sich auf einem Pflasterstein im Garten.
Bei Eidechsen habe ich das Gefühl, dass sie mich mit einem Auge immer fest im Blick haben.
Mit seitlich sitzenden Augen ist das monokulare Sehen der Normalfall, jedes Auge deckt ein eigenes Feld ab, und der überlappende Bereich für echtes räumliches Sehen ist schmal. Die Echse schaut also tatsächlich mit einem Auge in meine Richtung und hält den großen, zweibeinigen Fotografen im Blick, während das andere schon den besten Fluchtweg im Blick hat.
Bei Eidechsen kommt dazu, dass sie ihre Augen unabhängig voneinander bewegen können, ein wenig wie Chamäleons, nur weniger extrem.

Porträt eines Mufflon-Widders mit kräftig eingerollten Hörnern am Zaun des Wildgeheges im Weitmarer Holz in Bochum. Aufgenommen im April dieses Jahres.

Makroaufnahme von Tillandsia usneoides, dem Louisianamoos. Die dünnen, korkenzieherartig gewundenen Triebe mit dem silbrig-grauen Schimmer sind typisch für diese wurzellose Hängepflanze.
Der graue Flaum sind die Saugschuppen (Trichome), über die die Pflanze Wasser und Nährstoffe direkt aus der Luft aufnimmt. Wurzeln braucht sie ja praktisch keine. Die feine Behaarung ist an den schärfsten Trieben gut zu erkennen.
Das Foto habe ich in einem der Gewächshäuser im Botanischen Garten der RUB aufgenommen. Louisianamoos, wie der Name schon vermuten lässt, hängt in unserer Region kaum einfach so herum.