Bochum · Seite 22 (Seite: 22)

Der morgendliche Blick aus dem Schlafzimmerfenster

Vor ein paar Tagen habe ich mit einem kleinen, privaten Fotoprojekt begonnen, für das ich täglich eine Aufnahme mache. Ich habe mich entschlossen meine alte, ansonsten unbenutzte, Fuji X-T1 betriebs- und griffbereit für die tägliche Aufnahme bereitzulegen.

Ich hatte vergessen, wie viel Spaß die Fuji-Knipsen machen und wie schnell ich mithilfe der Filmsimulationen zu einem Look komme, der mir gefällt. In die Aufnahmen aus der Z7 muss ich deutlich mehr Zeit investieren.

Wie auch immer… In der Vergangenheit habe ich immer wieder mal sporadisch den „morgendlichen Blick aus dem Schlafzimmerfenster“ festgehalten. Seit zwei Wochen gibt es täglich ein Foto mit dem morgendlichen Blick und zwar gegen 7:30. Das scheint ein guter Zeitpunkt zu sein. Ich bin schon aus dem Bett, aber noch nicht aus dem Haus. Anfangs wollte ich die Uhrzeit der Jahreszeit anpassen, was zu stimmungsvolleren Fotos beitragen würde. Aber ich denke, den gleichen Zeitpunkt zu nehmen ist auf lange Sicht interessanter, da man beobachten kann, wie sich die Jahreszeiten in der Stadt verändern.

Der morgendliche Blick aus dem Schlafzimmerfenster

Das kann nur eine Verschwörung sein.

Sobald ich einen Tag nicht zu Hause sitze und mich beim Arbeitnehmervertreters konzentrieren muss, ist es hier mucksmäuschenstill.

Das kann kein Zufall sein. Man hat es da bestimmt auf höchster Stelle auf mich abgesehen und anhand der Bewegungsdaten meines Handys wird ermittelt, ob ich gerade zu Hause sitze und mich der Lärm langsam in den Wahnsinn treibt. Und das nur weil ich zu viele Blumen gespottet habe. So schnell kann es gehen und mein Staat in Ungnade fallen.

Da geht noch Einiges

Die Baustelle auf der anderen Straßenseite macht sich ganz schön. Wenn man bedenkt, wie harmlos alles angefangen hat. Ich beneide die Leute nicht, die Gegenüber in den unteren Etagen wohnen. Es ist hier oben schon ziemlich laut, aber da unten muss das die Hölle sein. Jeden Tag bis zwischen drei und vier.

Vielleicht könnte ich doch mal einen fetten Weitwinkel gebrauchen. Dies ist ein etwas verkorkstes Panorama aus neun Aufnahmen im Hochformat mit einem 50 mm aufgenommen. Womit auch sonst. Man hat ja sonst nichts.

keine halben Sachen

Wenn ein kleines Loch nicht mehr reicht, muss halt was Richtiges her.

Seit einem knappen Monat ertrage ich nun schon tagsüber den Lärm während ich versuche zu Arbeiten. Tatsächlich kann ich nicht das Fenster öffnen, wenn ich mich auch nur ansatzweise konzentrieren möchte.

Naja, besser jetzt als im Hochsommer bei noch höheren Temperaturen.

leere Stadt

Seit drei Wochen bin ich Heute das erste Mal wieder in der Bochumer Innenstadt gewesen. Für einen Samstag war es gespenstisch leer. Lediglich auf der Kortumstraße war ein wenig Betrieb: Einzelpersonen, Paare oder Familien.

Karl-Henning Seemann, Entfaltung der Stadt

Das Exzenterhaus

Heute in der Mittagszeit musste ich dann wirklich mal vor die Tür um mein Postfach zu leeren und einzukaufen. Wie schon erwähnt: kein vernünftiges Brot.

Es ist tatsächlich vergleichsweise leer auf den Wegen. In de Regel sieht man nur einzelnen Personen oder mal ein Paar. Die Forderung nach der Räumlichen Distanzierung scheint dann doch in den Köpfen der meisten angekommen zu sein. Endlich! Am Freitag hätte ich noch auf extreme Ausgangsbeschränkungen getippt. Aber es bleibt dann doch bei einem Verbot von Ansammlungen von mehr als zwei Personen unter freiem Himmel.

Auf dem Weg zur Post komme ich unweigerlich am Exzenterhaus vorbei, dessen Spitze auf den Ausblicken auf meinen Schlafzimmerfenster immer – oder meistens – zu sehen ist.